Berset sieht globale Demokratie am Kipppunkt

17. Januar 2023 14:02

Davos - Alain Berset warnt vor einer zunehmenden Schwächung der Demokratie in der Welt. Der Schweizer Bundespräsident spricht in seiner Rede zur Eröffnung des Weltwirtschaftsforums angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine von der grössten Krise der Nachkriegsordnung.

Bundespräsident Alain Berset hat am 17. Januar das Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums eröffnet. Die Nachkriegsordnung erlebe derzeit ihre „grösste Krise“, sagte er in seiner Rede vor den Teilnehmenden. Der Angriff Russlands auf die Ukraine sei auch eine Attacke auf das Völkerrecht und den Multilateralismus.

Die Krise geht aber laut Berset tiefer. „Wir befinden uns an einem Kipppunkt.“ Demokratische Institutionen würden geschwächt. Die Rechtsstaatlichkeit werde mancherorts gefährdet, auch in demokratisch verfassten Ländern sowie im internationalen System. „Ein Weiter-so ist keine Option mehr: Wir müssen die Fundamente, auf denen ein zivilisiertes Zusammenleben erst möglich wird, mit vollem Engagement verteidigen.“

Berset sieht auch die Wirtschaft in der Pflicht. Diese habe sich zu lange nur um Effizienz und Wohlstand gekümmert, zu wenig um gesellschaftliche Fairness. Die Ungleichheit nehme zu. Gerade die bereits fragilen Länder seien durch die Covid-Pandemie und die Folgen des Ukrainekrieges zusätzlich geschwächt. Nun müsste diesen Ländern geholfen werden, sonst würden sie zu gescheiterten Staaten. Eigeninteresse und Engagement für Schwächere gehöre zusammen.

Das Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums findet vom 16. bis zum 20. Januar in Davos statt. stk

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