Baselland will mehr Baustoffe wiederverwenden

08. Januar 2020 12:14

Liestal - Der Kanton Basel-Landschaft will die Menge der deponierten Bauabfälle in den nächsten Jahren um 30 Prozent verringern. Dafür soll der Anteil der wiederverwerteten Baustoffe deutlich gesteigert werden. Kanton und Gemeinden sollen dabei eine Vorbildfunktion wahrnehmen.

In der Region Basel wird das Potenzial zur Wiederverwertung mineralischer Bauabfälle und unverschmutzten Baumaterials zu wenig genutzt. Das schreibt die Regierung des Kantons Basel-Landschaft in einem Bericht zuhanden des Landrates. Zwar seien die notwendigen Verfahren und Technologien für eine stärkere Wiederverwertung vorhanden und etabliert. Aber sie würden durch ungünstige Rahmenbedingungen behindert. So seien Primärrohstoffe auch angesichts der Konkurrenz aus dem nahen Ausland günstig, die wiederverwerteten Baustoffe nicht kostengünstiger sowie genug Deponien in der Grenzregion vorhanden. Allerdings sei die Region von der Bereitschaft Deutschlands und Frankreichs abhängig, die Deponieabfälle zu importieren.

Die Regierung will die Wiederverwertung von Baustoffen und Baumaterial stärken und die Menge der deponierten Bauabfälle in den nächsten fünf bis zehn Jahren um 30 Prozent senken. Dabei sollen der Kanton und die Gemeinden eine Vorbildfunktion wahrnehmen. Der sorgsamere Umgang mit Deponieraum soll durch geeignete Betreibermodelle und angemessene Tarifstrukturen gefördert werden. Ausserdem sollen gute Rahmenbedingungen für Aufbereitungsanlagen von Bauabfällen in der Region geschaffen werden.

Eine Taskforce Baustoffkreislauf Regio Basel arbeitet seit 2018 an der Formulierung und Umsetzung dieser Massnahmen. Daran sind auch der Kanton Basel-Stadt und die Stadt Liestal beteiligt. Der Verband Bauunternehmer Region Basel leistet technische Unterstützung.

Die Regierung erfüllt mit dem Bericht ein Postulat des Landrates, das auf eine Motion des SP-Landrats Jan Kirchmayr zurückgeht. Der Landrat verweist in seinem Postulat unter anderem auf den Kanton Zürich, der bereits eine Mindest-Wiederverwertungsquote für Aushubmaterial eingeführt hat. Die Regierung solle die gesetzlichen Grundlagen für eine ähnliche Lösung im Baselbiet ausarbeiten, fordert das Postulat. stk

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