Basel-Stadt baut Fernwärme aus

21. Oktober 2020 11:49

Basel - Der Kanton Basel-Stadt will sein bestehendes Fernwärmenetz bis 2035 verdichten und auf zusätzliche Stadtgebiete ausdehnen. Mit der Umsetzung des entsprechenden Energierichtplans wird die IWB betraut. Dafür wollen Kanton und Unternehmen 460 Millionen Franken investieren.

Bereits im März hatte der kantonale Regierungsrat einen Energierichtplan verabschiedet, der die Verdichtung und Ausweitung des Fernwärmenetzes in Basel-Stadt auf einen grossen Teil des Stadtgebiets präzisiert, informiert die Kantonsverwaltung Basel-Stadt in einer Mitteilung. Mit der Umsetzung soll das kantonseigene Energieunternehmen IWB beauftragt werden. Insgesamt wollen Kanton und Unternehmen rund 460 Millionen Franken investieren. Über die Umsetzung des Projekts muss nun der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt entscheiden.

„Wir haben jetzt die einmalige Chance, einen in Jahrzehnten gewachsenen Flickenteppich in ein effizientes, zukunftsfähiges Gesamtsystem zu verwandeln“, wird IWB-CEO Claus Schmidt in einer Mitteilung des Unternehmens zu den Plänen zitiert. Bis 2035 will IWB weitere Liegenschaften an das bestehende Fernwärmenetz anschliessen. Die hier produzierte Fernwärme wird weitgehend klimaneutral aus Abwärme und Holz produziert. Darüber hinaus sehen die Pläne vor, lokale Wärmeverbünde in das Fernwärmenetz von IWB zu integrieren. Insgesamt rechnet der Kanton damit, jährlich rund 70'000 Tonnen CO2-Emissionen vermeiden zu können.

Mit rund 248 Millionen Franken soll ein Grossteil der Gesamtinvestitionen von 460 Millionen Franken über die Fernwärmetarife wieder eingespielt werden. Weitere 42 Millionen Franken sollen neue Fernwärme-Hausanschlüsse beitragen. Der Kanton wird das Projekt mit einem bedingt rückzahlbaren zinslosen Darlehen von 110 Millionen Franken unterstützen. Die restlichen rund 60 Millionen Franken steuert IWB aus eigenen Mitteln bei.

Im Zuge der Ausbauten des Fernwärmenetzes will der Kanton sein bestehendes Gasnetz schrittweise stilllegen. Haushalte, die bei der Umstellung auf Fernwärme ihre Gasgeräte vor Ablauf der Lebensdauer ausser Betrieb nehmen müssen, sollen vom Kanton entschädigt werden. Für solche Fälle und die Finanzierung von Übergangslösungen will der Kanton weitere 40 bis 80 Millionen Franken aufwenden. hs

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