Basel kann Herzstück projektieren

04. Juni 2019 15:17

Bern - Der Nationalrat hat dem Ausbauschritt 2035 der Bahninfrastruktur zugestimmt. Damit können unter anderem das Herzstück der künftigen Basler S-Bahn und der Durchgangsbahnhof Luzern projektiert werden.

Das Parlament will die Bahninfrastruktur stärker ausbauen, als es der Bundesrat in seiner Vorlage für den Ausbauschritt 2035 vorgeschlagen hat. Der Nationalrat hat am Dienstag die Mittel auf 12,89 Milliarden Franken aufgestockt. Das sind nochmals 69 Millionen Franken mehr als im Vorschlag des Ständerates, der das Budget bereits um 919 Millionen Franken angehoben hatte. Der Bundesrat hatte in der teureren seiner beiden Varianten ein Budget von 11,9 Milliarden Franken vorgeschlagen.

Der Ausbauschritt soll das Wachstum des Personen- und Güterverkehrs auf der Schiene auffangen und namentlich auf Kapazitätsengpässe auf der Ost-West-Achse reagieren, wie der Solothurner SP-Nationalrat Philipp Hadorn während der Debatte im Namen der Verkehrskommission sagte. Dazu gehören unter anderem Massnahmen am Genfersee, der Brüttener Tunnel zwischen Zürich und Winterthur und der Bahnhof Zürich Stadelhofen.

Neu hat das Parlament auch die Mittel für die Projektierung des Herzstücks der Basler S-Bahn und des Luzerner Durchgangsbahnhofs in das Programm aufgenommen. Das Herzstück soll in Basel den Bahnhof SBB weitgehend unterirdisch mit dem Badischen Bahnhof verbinden, die aus Schweizer Sicht bisher beides Kopfbahnhöfe sind. Ausserdem wird damit auch die Innenstadt an das S-Bahnnetz angeschlossen.

Die beiden Basel reagieren in einer gemeinsamen Mitteilung erfreut auf die Entscheidung des Parlaments. „Ein weitsichtiger, aus verkehrs- und regionalpolitischer Sicht guter Entscheid zugunsten unserer trinationalen Metropolitanregion wie auch zugunsten der ganzen Schweiz“, wird die Baselbieter Verkehrsdirektorin Sabine Pegoraro in der Mitteilung zitiert. Aus der Sicht von Martin Dätwyler, dem Direktor der Handelskammer beider Basel, bringt die Entscheidung die Region „einen grossen Schritt vorwärts“, sagt er laut einer Mitteilung seiner Organisation. 

Auch die Regierung des Kantons Luzern begrüsst den Entscheid des Parlaments. „Der Durchgangsbahnhof Luzern bedeutet für die schweizerische Schienenmobilität einen Quantensprung“, wird Regierungspräsident Robert Küng in einer Mitteilung zitiert. Luzern rechnet mit einer Eröffnung des neuen Bahnhofs für 2040.

Der Nationalrat hat auch die Bahnhöfe Grüze Nord in Winterthur sowie Thun Nord in den Aufbauschritt aufgenommen. Dazu ist nun wieder der Ständerat gefragt. stk

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