Bank J. Safra Sarasin erwartet keine weltweite Rezession

16. September 2019 12:34

Basel - J. Safra Sarasin geht von einer längerfristigen Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums aus. Der aktuelle Wirtschafts- und Finanzmarktausblick prognostiziert eine hohe Marktvolatilität und Gegenwind für die Aktienmärkte. Eine Rezession wird in den nächsten anderthalb Jahren aber nicht befürchtet.

Das weltweite Wirtschaftswachstum habe sich im ersten Semester 2019 weiter verlangsamt, schreibt  J. Safra Sarasin in einer Mitteilung zum aktuellen Wirtschafts- und Finanzmarktausblick der Basler Bankengruppe. Ihr zufolge dürfte sich die Geld- und Finanzpolitik jedoch „den Strömungen einer disruptiven Handelspolitik in zunehmendem Masse entgegenstellen“. Konkret geht J. Safra Sarasin von einer gelockerten Geldpolitik der US-Notenbank Fed aus, die es auch anderen Zentralbanken erlauben werde, „die geldpolitischen Zügel deutlich weniger straff zu halten, als sie dies sonst getan hätten“.

Handelskriege hätten das Risiko einer weltweiten Rezession zwar steigen lassen. Es sei aber nicht wahrscheinlich, dass diese innerhalb der nächsten anderthalb Jahre eintrete, erläutert Karsten Junius, Chefökonom der Bank J. Safra Sarasin, in der Mitteilung. „Unsere Sicht wird gestützt durch erste Anzeichen, dass die Lagerbestände und die Industrieproduktion ihre Talsohle erreicht haben und Präsident Trump – in Angesicht des Wahljahres 2020 – seine Handelskriege nur bis zu einem bestimmten Grad eskalieren lassen kann“, wird Junius dort zitiert. 

Laut Jan Amrit Poser, Chefstratege und Leiter Nachhaltigkeit der Bank J. Safra Sarasin, steht die Welt an einem Wendepunkt. „In den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob die Entscheidungsträger an den Verhandlungstisch zurückkehren oder ob sie das Wirtschaftsklima – das sich auch in den Turbulenzen des Erdklimas reflektiert – weiter verschlechtern werden“, meint Poser. Er rät Anlegern, „auf die natürlichen Zyklen“ zu vertrauen und „selektiv“ vorzugehen. hs

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