Avenir Suisse warnt vor Re-Nationalisierung

18. Mai 2020 15:00

Zürich - Zur Bewältigung von Mangellagen setzen manche auf den Ausbau der Selbstversorgung der Schweiz. Avenir Suisse hält die Forderung nach Re-Nationalisierung für einen Irrweg. Die Denkfabrik will Versorgung und Wohlstand durch Globalisierung sichern.

„Mit einer Aussenhandelsquote von 96 Prozent ist die internationale Verflechtung Grundlage des hiesigen Wohlstands“, argumentiert Avenir Suisse in einer Mitteilung zur aktuellen Publikation der Denkfabrik „Sackgasse Re-Nationalisierung“. Zusammen mit indirekten Effekten sei zudem wahrscheinlich rund jeder zweite Arbeitsplatz in der Schweiz vom Zugang zu ausländischen Märkten abhängig. Von einer „De-Globalisierung“ hätte die Schweiz als „Globalisierungsweltmeisterin“ und „grösste Nutzniesserin des EU-Binnenmarktes“ nur Nachteile, schreibt die Denkfabrik.

Statt den Selbstversorgungsgrad zu erhöhen, sollte das Land andere Wege gehen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, heisst es in der Mitteilung weiter. Hier rät Avenir Suisse dazu, Bezugs- und Abnahmequellen breit zu diversifizieren. Dies könne beispielsweise „durch den Abbau von Handelshemmnissen mittels entsprechender Abkommen“ erreicht werden.

Konkret fordert die Denkfabrik unter anderem den Abbau von Exportrestriktionen und eine „unilaterale Abschaffung der Zölle“ ein. Auch auf Investitionskontrollen sollte verzichtet werden, meint Avenir Suisse. Darüber hinaus regt die Denkfabrik ein Gesundheitsabkommen mit der EU, die Optimierung der Pflichtlagerbewirtschaftung und die Sicherung der Personenfreizügigkeit an. hs

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