Avenir Suisse untersucht Lebenszyklus von Unternehmen

26. Februar 2021 13:24

Zürich - Eine neue Publikation von Avenir Suisse untersucht die Demografie von Unternehmen. Die Autoren leiten daraus Forderungen an die Wirtschaftspolitik ab. Sie empfehlen die Beschränkung staatlicher Unterstützung auf etablierte Instrumente und die rasche Digitalisierung von Behördenprozessen.

Die Hälfte aller Unternehmen bleibe nicht länger als fünf Jahre am Markt, schreiben Jürg Müller und Basil Ammann in einer Mitteilung zur Studie „Über den Lebenszyklus von Firmen“. Dort haben die beiden Wissenschaftler von Avenir Suisse die Unternehmensdemografie und die volkswirtschaftlichen Kosten von Firmengründungen und -schliessungen untersucht. Zudem wurde der Frage nachgegangen, „welche Konsequenzen sich aus der Unternehmensdemografie für die Wirtschaftspolitik ergeben“, wie es im Untertitel der Studie formuliert ist.

In Krisenzeiten verschwinden in der Regel mehr Firmen vom Markt als zu anderen Zeiten, erläutern die Autoren in der Mitteilung. Sie haben dabei jedoch festgestellt, dass die Zahl der Konkurse während der Pandemie deutlich geringer ausgefallen ist als während der Finanzkrise 2008 oder dem Frankenschock 2015. Die Wissenschaftler führen dies auf die direkt bei den Unternehmen ansetzenden Unterstützungsmassnahmen der öffentlichen Hand zurück. Sie raten der Wirtschaftspolitik „den Krisenmodus zu verlassen und zu den etablierten Instrumenten zurückzufinden“. Als solche werden in der Mitteilung die Arbeitslosenversicherung und die Kurzarbeit genannt.

Bei den staatlichen Rahmenbedingungen allgemein sehen die Wissenschaftler der Denkfabrik vor allem den Bedarf einer „konsequenten Digitalisierung von Behördenprozessen“. Allein bei Firmengründungen und -schliessungen könnten damit volkswirtschaftliche Kosten von 52 Millionen bis 113 Millionen Franken jährlich vermieden werden, heisst es in der Mitteilung. hs

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