Avenir Suisse hinterfragt Schweizer Pionierstatus bei Digitalisierung

13. Mai 2022 14:14

Zürich - Die Schweiz ist in der Digitalisierung nur Mittelmass, wie es in einem Blogbeitrag bei Avenir Suisse heisst. Fehlende behördliche Innovation und die gesellschaftliche Schwerfälligkeit erschweren laut der Denkfarbik eine schnelle Digitalisierung.

Die Schweiz befindet sich zwar in globalen Innovationsranglisten regelmässig an der Spitze. Hiervon sei aber nicht auf eine agile und innovative staatliche Digitalisierung zu schliessen, schreibt Patrick Schnell von Avenir Suisse in einem Blogbeitrag. Er sieht in der Schweiz eher eine „Digitalisierungswüste“.

So habe die Schweiz sowohl beim E-Government als auch bei den digitalen Kompetenzen der Bevölkerung Aufholbedarf im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. Schnell kritisiert auch die „starre Gesetzgebung“, welche die Digitalisierung bremse. So habe das Arbeitsgesetz beispielsweise seit dem Industriezeitalter keine Erneuerung erfahren – dies trotz neuer Arbeitsformen wie Homeoffice.

Aber auch Teile der Bevölkerung entschleunigen laut Schnell den Digitalisierungsprozess. Hier hebt er etwa die Abstimmung über die elektronische ID vom 7. März 2021 hervor, wobei diese abgelehnt wurde.

„Für eine erfolgreiche Digitalisierung ist das Überdenken von bestehenden Abläufen existenziell“, schreibt Schnell. Gleichzeitig müssten Gesetzesanpassungen und bestehende Projekte auf Bundesebene schneller vorangetrieben werden. ssp

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