Audi will Autoplastik voll wiederverwerten  

23. November 2020 15:06

Karlsruhe - Das Karlsruher Institut für Technologie und Audi starten ein Pilotprojekt für das chemische Aufbereiten von Misch-Kunststoffen im Auto. Diese Abfälle sollen so in einen ressourcenschonenden Kreislauf geführt werden.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Audi arbeiten an der Entwicklung eines geschlossenen Kreislaufs für Kunststoffe aus dem Automobilbau. Dabei geht es laut der Medienmitteilung um die Aufbereitung von besonders stark beanspruchten Kunststoffen. Diese könnten bisher nur aus Materialien auf Erdölbasis hergestellt und meist nicht wiederverwertet werden. Während sortenreine Kunststoffe oft mechanisch aufbereitet werden können, sei dies bei gemischten Kunststoffabfällen eine grosse Herausforderung, heisst es in der Mitteilung. Die Denkfabrik Industrielle Ressourcenstrategien am KIT starte deshalb jetzt mit Audi „ein Pilotprojekt für chemisches Recycling, um diese Kunststoffmischfraktionen zurück in einen ressourcenschonenden Kreislauf zu führen“.

„Automobile Kunststoffe zu recyceln, ist bisher für viele Bauteile nicht möglich, deshalb leisten wir hier mit Audi Pionierarbeit“, wird Professor Dieter Stapf, Leiter des Instituts für Technische Chemie am KIT, zitiert. Chemisches Aufbereiten seit bisher die einzige Methode, mit der es möglich sei, solche gemischten Kunststoffabfälle wieder in Produkte mit Neuwarenqualität umzuwandeln. Rebekka Volk vom Institut für Industriebetriebslehre und Industrielle Produktion des KIT: „So geschlossene Materialkreisläufe sparen wertvolle Ressourcen, weil weniger Primärmaterial benötigt wird. Dies wiederum spart Energie und Kosten – und ist gut für die Umwelt.“

Audi ist laut Medienmitteilung einer der ersten Automobilhersteller, der diese Methode in einem Pilotprojekt mit Kunststoffen aus der Automobilproduktion testet. Marco Philippi, Leiter Beschaffungsstrategie bei Audi, wird darin zitiert:  „Wenn Kunststoffbauteile ohne Qualitätsverlust anstatt aus Erdöl aus Pyrolyseöl hergestellt werden können, wäre es möglich, den Anteil an nachhaltig hergestellten Teilen im Auto signifikant zu erhöhen. Auf lange Sicht kann dieses Verfahren auch im Altfahrzeugrecycling eine Rolle spielen.“

Das Pilotprojekt soll zunächst die technische Machbarkeit testen und das Verfahren auf Wirtschaftlichkeit und Umweltauswirkung bewerten. gba 

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