Arbeitgeber wollen auch 2021 ausländische Arbeitskräfte

11. August 2020 14:00

Zürich - Schweizer Unternehmen sollen im Jahr 2021 wieder genau so Arbeitskräfte aus Staaten ausserhalb von EU und EFTA rekrutieren können wie in diesem Jahr. Für die aus der EU austretenden Briten fordert der Arbeitgeberverband ein Sonderkontingent.

Der Bundesrat entscheidet alljährlich im Herbst über die Höhe der Kontingente ausländischer Arbeitskräfte, die im Folgejahr in der Schweiz arbeiten dürfen. Dazu befragt er Kantone, Sozialpartner und den Schweizerischen Arbeitgeberverband (SAV) mit seinen rund 90 regionalen und branchenspezifischen Arbeitgeberorganisationen. Insgesamt vertritt der Dachverband mehr als 100’000 Klein-, Mittel- und Grossunternehmen aus allen Wirtschaftssektoren.

Der Dachverband hat zu der anstehenden Regierungsentscheidung in einem Schreiben an das Staatssekretariat für Migration (SEM) die Beibehaltung der bisherigen Ausländerquoten gefordert. „Der Schweizerische Arbeitgeberverband beantragt beim Bundesrat die Beibehaltung der Kontingentszahlen 2020 auch fürs Jahr 2021“, heisst es dort.

Konkret bedeutet das auch im kommenden Jahr wieder Arbeitsgenehmigungen für 8500 Arbeitskräfte aus Drittstaaten, also ausserhalb von EU und EFTA. Davon sollen 4500 länger- und 4000 kurzfristig sein. Aus EU und EFTA sollen 3500 kommen. Neu ist die Forderung nach einem Sonderkontingent für die Briten. Mit dem EU-Austritt Grossbritanniens gehören britische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht mehr zum EU-Kontingent. Für sie verlangt der SAV ein eigenes Kontingent von 4000 Personen, wobei die jährliche Zuwanderung von zwischen 3000 und 4000 Briten in die Schweiz schon berücksichtigt sei.

Für die Ermittlung des Bedarfs an ausländischen Arbeitskräften im kommenden Jahr hat der SAV sowohl die eigenen Branchen befragt als auch Konjunkturprognosen bis Ende 2021 und den Observationsbericht des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) zu Rate gezogen. Aus dem Fazit der Antworten der befragten Mitgliedsbranchen treffen zwei einander stützende Aussagen hervor: „Der Bedarf der Wirtschaft an ausländischen Fachkräften wird sich nicht verringern. Vielmehr sind diese absolut zentral, um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit so rasch als möglich wieder auf einen Zustand, wie er vor der Coronakrise herrschte, zurückzuführen.“ 

Und auf die Frage nach den konkreten Auswirkungen der Corona-Krise in diesem Zusammenhang lautet das Fazit der befragten Mitglieder: „Es wird erwartet, dass sich der Bedarf der Wirtschaft an ausländischen Fachkräften im Jahr 2021 nicht verringern wird. Es wird im Gegenteil mindestens mit einer Bedarfslage im Umfang der Zuwanderungszahlen entsprechend dem Niveau ‚vor-Corona‘ gerechnet.“ gba

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