Antriebsbatterien sind kein Recyclingproblem

12. August 2019 13:54

Dübendorf ZH - Der Importeurverband Auto-Schweiz sucht eine Recyclinglösung für die Antriebsbatterien von Elektroautos. Die von ihm beauftragte Stiftung Auto-Recycling Schweiz und die Empa haben dazu mehrere Ansätze verglichen. Ihnen zufolge zeichnen sich technische Lösungen ab.

Derzeit macht der Anteil von Elektroautos am gesamten Fahrzeugaufkommen der Schweiz nur 1 Prozent aus, informiert die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in einer Mitteilung. In den kommenden Jahren dürfte die Zahl der von Lithium-Ionen-Akkus angetriebenen Fahrzeuge jedoch deutlich zulegen. „Höchste Zeit also, sich Gedanken zu machen, was mit den Antriebsbatterien passiert, wenn diese Autos verunfallen oder am Ende ihres Lebens verschrottet werden“, konstatiert die Empa in der Mitteilung.

Der Verband Auto-Schweiz hat die Empa und die Stiftung Auto-Recycling Schweiz mit der Entwicklung eines Recyclingsystems für Antriebsbatterien beauftragt. Gemeinsam untersuchen sie bereits bestehende Wiederverwertungsmethoden in Nachbarländern, „untersuchen die Kosten und den ökologischen Fussabdruck und stellen Modellrechnungen an, um die künftig anfallenden Mengen alter Akkus abschätzen und die passende Strategie empfehlen zu können“, erläutert die Empa in der Mitteilung. Der Schweizer Batterieverwertungsspezialist Batrec Industrie AG wendet beispielsweise ein Verfahren an, bei dem die leicht entzündlichen Akkus im nassen Milieu geschreddert werden. Das deutsche Unternehmen Duesenfeld wiederum setzt einen mit Stickstoff gefluteten Schredder ein. In der bisher gängigsten Methode werden die Akkus vor dem Schreddern verbrannt, wobei Lithium, Graphit und Aluminium jedoch verloren gehen.

Neben der besten Technik müssten auch eine Reihe anderer Fragen, beispielsweise nach einem Markt für gebrauchte Antriebsbatterien, geklärt werden, schreibt die Empa weiter. Unabhängig davon zeichneten sich aber für den kompletten Verwertungsprozess technische Lösungen ab. Elektroautos seien daher „kein Recyclingproblem“. hs

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