Agroforstwirtschaft kann Klima schützen

10. September 2019 13:25

Zürich - In der Agroforstwirtschaft werden Landwirtschaft und die Nutzung von Bäumen kombiniert. Diese Methode könnte die landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen weitgehend kompensieren, haben Forscher von Agroscope errechnet. In der Schweiz hat Agroforstwirtschaft Tradition.

Landwirte stünden vor der Aufgabe, ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren und gleichzeitig mehr zu produzieren, erläutert Agroscope in einer Mitteilung. Wissenschaftler des Kompetenzzentrums des Bundes für landwirtschaftliche Forschung haben gemeinsam mit internationalen Kollegen einen Ansatz gefunden, wie dieser Spagat leistbar wäre. Ihren Erhebungen zufolge könnten die landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen in Europa um bis zu 43 Prozent reduziert werden, wenn bestimmte Ackerbauregionen stärker auf Agroforstwirtschaft setzten.

Die entsprechende unter Agroscope-Beteiligung erarbeitete EU-Studie macht auf rund 9 Prozent der Anbaufläche in Europa Umwelt-Defizite aus, die mit Agroforstwirtschaft zu beheben wären. Vor allem in intensiven Anbaugebieten im Nordwesten Frankreichs, im Norden und Südwesten Italiens, in Zentralspanien, in Dänemark und in Griechenland sowie im Osten von Rumänien aber auch in Graslandregionen in Dänemark und Grossbritannien könnten in hohem Masse Treibhausgasemissionen kompensiert werden, schreibt Agroscope.

In der Schweiz haben Agroforstsysteme wie der Hochstamm-Feldobstanbau Tradition. Aber auch hierzulande liessen sich regionale Defizite beispielsweise durch Gemüseanbau mit Tafel- und Mostobst oder Hennen-Freilandhaltung unter Nussbäumen beheben, heisst es in der Mitteilung. Die Bäume leisten dabei nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz sondern reduzieren auch Bodenerosion oder Nitratverlust und bieten einer ganzen Reihe von Bestäubern und anderen Nützlingen Lebensraum. hs

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