Agritech nimmt in der Schweiz Fahrt auf

29. Juni 2021 14:22

Sitten VS - Immer mehr Start-ups spezialisieren sich auf Themen der Landwirtschaft und der nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion. Sie optimieren den Ressourceneinsatz, senken die Kosten und erhöhen die Produktivität. Cleantech Alps legt erstmals einen Bericht über die Agritech-Szene der Schweiz vor.

Die Landwirtschaft gehört zu den am wenigsten produktiven Wirtschaftszweigen. Alle Zweige der Nahrungsmittelproduktion tragen knapp ein Viertel zum Schweizer CO2-Ausstoss bei. Und sie ist aufgrund der schrumpfenden Anbauflächen selbst unter Druck. Immer mehr Start-ups wollen das ändern. Das zeigt der Bericht „Les agritechs en Suisse“ auf, den das Westschweizer Cluster Cleantech Alps nun vorgelegt hat. 

Viele dieser Start-ups bringen Technologien in die Landwirtschaft, die sich in der Industrie bereits bewährt haben. So hat QualySense aus Glattbrugg ZH die Sortierung von Getreidekörnern und Samen automatisiert. EcoRobotix aus Yverdon entwickelt Roboter, die Unkraut auf den Feldern gezielt mit Herbiziden bekämpfen und damit den Einsatz von Chemie verringern helfen. 

Andere Unternehmen wie Aqua4D aus Sierre VS und Hydrosolution aus Zürich haben Verfahren entwickelt, mit denen der Umgang mit knappem Wasser verbessert werden kann. Planted Foods aus Kemptthal ZH erzeugt Fleisch auf pflanzlicher Basis, Umami aus Zürich baut Kohl und Gemüse auf Hanfmatten mitten in der Stadt an. Insolight wiederum verbindet die Produktion von Energie mit der von Nahrungsmitteln: Das Unternehmen aus Lausanne hat Solarpanels entwickelt, die auch den Pflanzen unter ihnen noch genug Licht lassen, um zu wachsen.

Unternehmen wie Eaternity haben sich auf andere Teile der Wertschöpfungskette spezialisiert. Das Unternehmen aus Zürich hilft Nahrungsmittelherstellern, den ökologischen Fussabdruck ihrer Produkte zu bewerten. Too good to go verbindet Einzelhändler und Endverbraucher, um die Lebensmittelverschwendung zu verringern.

Der Bericht zeigt auf, wie weit das Netz der Agritech-Szene inzwischen reicht. Er stellt die involvierten Bundeseinrichtungen ebenso vor wie die beteiligten Forschungseinrichtungen. Der Bericht solle helfen, saubere, effiziente und umweltfreundliche Innovationen in der Landwirtschaft und der Nahrungsmittelproduktion zu verbreiten, schreibt Bundesrat Guy Parmelin in einem Vorwort. Der Bund werde der Branche helfen, die Qualität und die Nachhaltigkeit ihrer Produktion zu erhöhen. stk

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