ABB automatisiert Singapurs Wasserversorgung

17. November 2020 13:31

Zürich - Der Zürcher Technologiekonzern ABB wird die Wasseraufbereitungsanlage von Singapur mit einem Überwachungs- und Steuerungssystem ausstatten. Dazu gehört die Steuerung der weltgrössten Membran-Bioreaktoranlage zum Wasserfiltern.

Bei der Modernisierung und Automatisierung seiner Wasseraufbereitung setzt Singapur auf Schweizer Technologie. Die Wasserbehörde Public Utilities Board (PUB) des Insel- und Stadtstaats hat laut Medienmitteilung den Zürcher Technologiekonzern ABB mit der Lieferung eines kompletten standortweiten Überwachungs- und Steuerungssystems für das Tuas Water Reclamation Plant – das Wasseraufbereitungssystem – beauftragt. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 30 Millionen Dollar.

Das Tuas-Projekt ist ein Teil des Abwasser- und Wiederverwendungsprojekts Deep Tunnel Sewerage System, für das Singapur 4,8 Milliarden Dollar aufwenden wird. Täglich werden dort mit der Membranbioreaktor-Technologie in grossem Massstab 650'000 Kubikmeter häuslichen Abwassers gereinigt und zu sogenanntem NEWater aufbereitet. Das ist zwar qualitativ hochwertig, wird aber noch durch weitere Verfahren erst zu Trinkwasser. Zusätzlich sollen täglich 150'000 Kubikmeter Industrieabwasser aufbereitet werden.

ABB wird an mehreren Punkten des Wassersystems Prozessleitsysteme einrichten, die mehr als 100'000 Eingangs- und Ausgangssignale von Anlagen wie Pumpstationen, einer Auffangeinrichtung für starke Regenfälle, Modulen für Klärschlämme, häusliche und industrielle Abwässer und Wasserspeicherung in einer einheitlichen Steuerungsplattform integrieren, so die ABB-Mitteilung. Auch Installationen für die Cybersicherheit sind vorgesehen. Nach Lieferung und Installation sollen ABB-Techniker den Betrieb noch acht Jahre lang in Singapur überwachen und die korrekte Wartung gewährleisten.

Peter Terwiesch, Leiter des Geschäftsbereichs Industrieautomation von ABB, wird zitiert: „Der Wasserverbrauch liegt in Singapur zurzeit bei rund 430 Millionen Gallonen pro Tag. Davon entfallen 45 Prozent auf Haushalte und der Rest auf die Industrie. Bis 2060 könnte sich der Wasserbedarf nahezu verdoppeln.“ Deshalb müsse der Wasserkreislauf geschlossen und jeder Tropfen gesammelt und wiederverwendet werden. Singapur hat keine natürlichen Wasserquellen. gba 

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