Ab 2022 sinkt der Ölverbrauch

16. September 2019 13:23

Hövik - Der weltweite Verbrauch von Erdöl wird laut dem Energiedienstleister DNV GL ab 2022 sinken. Das ist eine Folge der Elektrifizierung des Strassenverkehrs. Der Energieverbrauch insgesamt erreicht 2030 den Höhepunkt. Der Anteil nicht-fossiler Energien wächst bis 2050 auf 44 Prozent. 

Der norwegische Energiedienstleister DNV GL hat nun bereits zum dritten Mal seinen jährlichen Bericht zum Stand der globalen Energiewende vorgelegt. Er geht davon aus, dass der weltweite Energieverbrauch 2030 seinen Höhepunkt erreichen wird. Dabei sinkt der Verbrauch von Kohle als dem Energieträger mit dem stärksten CO2-Ausstoss bereits seit 2014. Der Verbrauch von Erdöl soll weltweit 2022 seinen Höhepunkt erreichen. Sein Anteil am Primärenergieverbrauch sinkt von heute 29 Prozent auf 17 Prozent 2050. Der Anteil von Erdgas steigt von heute 25 Prozent auf 29 Prozent 2050, der absolute Erdgasverbrauch wird aber ab 2033 wieder langsam sinken.

Umgekehrt steigt der Anteil nicht-fossiler Energieträger von heute 19 Prozent auf 44 Prozent. Der Preis erneuerbarer Energien soll weiter sinken. So sollen sich die Kosten von Solarmodulen bis 2030 etwa halbieren und dann weiter schrumpfen. Solarenergie steigt daher bis 2050 zur wichtigsten Quelle für die Stromproduktion auf.

Die sinkende Nachfrage nach Erdöl ist eine Folge der Elektrifizierung des Verkehrs. Der Bericht geht davon aus, dass bereits 2032 die Hälfte aller verkauften Neuwagen und 2036 die Hälfte aller Strassenfahrzeuge elektrisch betrieben werden. 2038 soll auch die Hälfte des Energieverbrauchs in der Schifffahrt aus nicht-fossilen Quellen gedeckt werden. In der Luftfahrt soll der Anteil nicht-fossiler Treibstoffe ab 2030 deutlich steigen und 2050 fast die Hälfte des Treibstoffbedarfs decken.

Dagegen wird der Energieverbrauch im Gebäudebereich weiter zunehmen, vor allem wegen der zunehmenden Kühlung. Sein Anteil am gesamten Energieverbrauch steigt von heute 29 Prozent auf 33 Prozent 2050. Damit wird er der grösste Energieverbraucher vor der Industrie und dem Verkehr sein.

Trotz des sinkenden Verbrauchs von fossilen Energieträgern: Die globale Energiewirtschaft wird das Ziel, bis 2050 klimaneutral zu sein, mit den gegenwärtigen Massnahmen nicht erreichen. DNV GL-CEO Remi Eriksen fordert denn auch im Vorwort des Berichts zusätzliche Massnahmen zur Förderung der Energieeffizienz, der erneuerbaren Energien und zur Entfernung von CO2 aus der Luft. stk

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