Aargau verzichtet auf Steuersenkung

08. März 2019 15:09

Aarau - Der Kanton Aargau will im Rahmen der Steuervorlage 17 die kantonalen Gewinnsteuern nicht absenken. Er wolle mit der Patentbox, zusätzlichen Abzügen für Forschung und Entwicklung, niedriger Dividendenbesteuerung und ähnlichen Massnahmen wettbewerbsfähig bleiben.

Der Kanton Aargau macht im Rahmen der Steuervorlage 17 eine Ausnahme. Anders als die meisten anderen Kantone will er seine Gewinnsteuern nicht senken. Eine solche Senkung würde zu hohen Mindereinnahmen führen, aber ohne nachhaltige Wirkung bleiben, schreibt der Regierungsrat in seiner Botschaft zur Steuervorlage 17. Im Aargau gebe es nur wenige Statusgesellschaften, deren Steuerprivilegien mit der Steuervorlage 17 wegfallen. Als Hightech-Kanton wolle er vielmehr die bestehenden forschungsintensiven Unternehmen halten und neue anziehen. 

Der Regierungsrat will deshalb neben der privilegierten Patentbox mit einem Abzug von 90 Prozent einen zusätzlichen Abzug für Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von 150 Prozent einführen. Damit könnten grössere innovative Unternehmen ihre Steuerlast auf bis zu 11,1 Prozent senken, kleine und mittlere Unternehmen bei Gewinnen bis 250.000 Franken sogar auf 10 Prozent. Zudem wählt der Regierungsrat bei der Dividendenbesteuerung den niedrigstmöglichen Satz von 50 Prozent. Er verweist auch auf die privilegierte Vermögensbesteuerung nicht-kotierter Aktien. 

Der Aargauer Finanzdirektor Markus Dieth nennt laut einer Mitteilung des Kantons die Vorlage „eine ausgewogene Steuerreform zum Nutzen von allen: den innovativen Unternehmen, den KMU, den Unternehmerinnen und Unternehmern wie auch den Einwohnerinnen und Einwohnern des Kantons, die keinen Leistungsabbau der öffentlichen Hand in Kauf nehmen müssen und mittel- bis langfristig von der Stärkung der Wirtschaft profitieren“.

Der Aargauer Gewinnsteuersatz liegt zwischen 15,1 und 18,6 Prozent. Während er damit heute im unteren Mittelfeld liegt, wird er künftig zu den höheren Steuersätzen gehören. Der Nachbarkanton Zürich plant einen Satz von 18,2 Prozent. Der Kanton Bern wollte seinen Satz von heute 21,6 Prozent auf 18,71 Prozent senken, der Vorstoss wurde aber im November vom Volk abgelehnt. Andere Nachbarkantone planen starke Senkungen, etwa Solothurn von heute 21,8 Prozent auf 13,1 Prozent. stk

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