10-Milliarden-Stadt könnte Klimawandel umkehren

06. Januar 2021 13:41

Melbourne - Insgesamt 10 Milliarden Menschen könnten in einer riesigen, nachhaltigen Stadt leben, die auf nur 0,02 Prozent der Erdoberfläche errichtet wird. Das ist die Vision, die im Kurzfilm „Planet City“ des australischen Stararchitekten Liam Young dargestellt wird. Er schlägt vor, der Erde wieder Land zurückzugeben, um den Klimawandel umzukehren.

Planet City“, ein Kurzfilm des australischen Architekten Liam Young, schlägt eine extrem verdichtete, autarke Metropole für 10 Milliarden Menschen vor. Das entspricht laut einem Artikel des Designmagazins „Dezeen“ der prognostizierten Bevölkerungszahl der Erde im Jahr 2050. Würde die Metropole nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft gebaut, so würde sie nur 0,02 Prozent der Erdoberfläche einnehmen. Die Idee geht auf das vom Biologen Edward O. Wilson entwickelte Half Earth-Projekt zurück. Es sieht vor, der Natur die Hälfte der Erdoberfläche zu überlassen, damit das massenhafte Aussterben von Tieren und Pflanzen abgewendet werden kann.

Die virtuelle Stadt dehnt sich über 221'367 Quadratkilometer aus. Die Gebäude sind bis zu 165 Stockwerke hoch. Es gibt 4'311'543'982 Fahrräder. Der Strom kommt von 49'445'671'570 Solarzellen. 2357 Algenfarmen filtern das Wasser. Lebensmittel werden in Indoor-Megafarmen und vertikalen Obstplantagen angebaut.

In seinem 15-minütigen Film erkundet Young, Mitbegründer der Denkfabrik Tomorrow's Thoughts Today, wie dank einer solchen Metropole „Jahrhunderte der Kolonialisierung, der Globalisierung, und nicht enden wollender wirtschaftlicher Plünderung und Expansion" umgekehrt werden könnten, um dem Klimawandel und der Ausbeutung natürlicher Ressourcen entgegenzutreten.

„,Planet City' nutzt nur Technologien, die entweder bereits verfügbar sind oder sich in der Entwicklung befinden. Er wurde in Absprache mit einem globalen Netzwerk von Wissenschaftlern, Theoretikern und Ökonomen entworfen", so Young gegenüber dem Magazin.

Der Film wurde von der National Gallery of Victoria für die NGV Triennale in Auftrag gegeben, die noch bis zum 18. April 2021 läuft. em

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