Einkaufstourismus nimmt weiter zu

Eine Studie des Forschungszentrums für Handelsmanagement an der Universität St.Gallen schätzt den vom Einkaufstourismus verursachten Verlust für den Schweizer Detailhandel in diesem Jahr auf rund 9,1 Milliarden Franken. Er liegt damit um fast 10 Prozent über den Werten von 2015, schreibt die Universität in einer Mitteilung zur Studie. 

In diesem Jahr seien zwar insgesamt etwas weniger Konsumenten zum Einkauf ins Ausland gefahren, sie hätten dafür aber jeweils mehr Geld hinter der Grenze ausgegeben, heisst es weiter in der Mitteilung. In grenznahen Kantonen und bei Drogerieartikeln habe sich der Auslandseinkauf zur Gewohnheit entwickelt. Dies sei besonders gefährlich für den Schweizer Detailhandel, da solche Gewohnheiten, „langfristig nur schwer wieder zu ändern sind“. 

Beim Online-Einkaufstourismus macht die Studie gegenüber 2015 einen Anstieg der Konsumenten von 30 auf 37 Prozent aus. Dabei habe 2017 auch die Häufigkeit und der Wert der online im Ausland getätigten Einkäufe zugenommen. Durchschnittlich seien in diesem Jahr rund 23 Prozent des Bedarfs Schweizer Konsumenten an Waren in den fünf besonders betroffenen Branchen Lebensmittel, Drogerie, Bekleidung, Sport und Einrichtung durch ausländische Online-Anbieter gedeckt worden. 

Abhilfe könnte nach Meinung der Forscher eine Senkung der Mehrwertsteuerfreigrenze bei der Einfuhr von Waren in die Schweiz schaffen. Ihren Prognosen zufolge würde eine Absenkung der Grenze von heute 300 Franken auf 50 Franken den Einkaufstourismus um bis zu ein Drittel senken. hs