Digitalisierung ist dringend

In erster Linie will digitalswitzerland dazu beitragen, dass sich die Schweiz als Vorreiterin bei der Digitalisierung positionieren kann. Der Erfolg soll etwa an der Anzahl der Start-ups, der Summe an Risikokapital, den politischen Rahmenbedingungen, sowie dem Digitalisierungsrad von Unternehmen gemessen werden, wie Gründer Marc Walder in einem Interview mit startupticker.ch erklärt.

Erreichen will die Organisation das, in dem sie mehr Bewusstsein für die Dringlichkeit der Digitalisierung weckt. „Unsere Aufgabe sehe ich darin, sense of urgency zu kreieren“, so Walder. Dies geschieht etwa mit den Projekten Startup Bootcamps, digitalswitzerland Challenges oder nextgeneration.

Im Vergleich zum Silicon Valley habe die Schweiz laut Walder nämlich noch viel Aufholbedarf. „Wenn Sie Tesla besuchen, sehen Sie zum Beispiel hunderte von Software-Ingenieuren, obwohl es sich um einen Autobauer handelt. Und auch ausserhalb der Unternehmen, wenn Sie etwa in Palo Alto im Café sind, wird ständig über neue digitale Geschäftsmodelle geredet. Davon sind wir weit entfernt“, erklärt er.

Die Schweiz müsse nicht Palo Alto kopieren, „das wäre auch falsch“. Allerdings müsse sie ihre Stärken besser ausspielen. Zu diesen gehören laut Walder etwa die zentrale Lage, die Lebensqualität, das rechtliche Umfeld, oder die Hochschulen. Dass die Schweiz trotz dieser guten Rahmenbedingungen noch nicht auf dem Level des Silicon Valley ist, erklärt Walder auch mit der fehlenden Affinität zum Computational thinking in ganz Westeuropa. Ausserdem habe die USA den Vorteil eines grossen einheitlichen Heimmarkts. „Ein Grund ist sicher, dass es für europäische Firmen schwerer ist zu skalieren, schon allein wegen der verschiedenen Sprachen“, so Walder. ssp