Bioabfälle werden zu Tierfutter

Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) und der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) erforschen neue Möglichkeiten der Nutzung von Abfällen als nachhaltige Rohstoffe, informiert die ETH in einer Mitteilung. In einem Projekt werden biologische Abfälle an Larven der Waffenfliege Hermetia ilucens verfüttert. 

Das Kompostieren von Bioabfällen ist oft nicht rentabel, wird in der Mitteilung erläutert. Mit Bioabfällen gezüchtete Larven hingegen „könnten zum Beispiel für die Fischzucht ein nachhaltigeres Futter als das herkömmliche Futter aus Sojabohnen und Fischmehl sein“, wird ETH-Forscher Moritz Gold dort zitiert. „So sind die Fliegenlarven in Entwicklungsländern nicht nur ein marktfähiges Gut und eine Einnahmequelle, die hilft, das Abfallsystem nachhaltig zu gestalten, sondern sie tragen auch zum Proteinbedarf einer schnell wachsenden Bevölkerung bei.“

Das Projekt zielt auf die Nutzung von Siedlungsabfällen ab, die im Gegensatz zu direkt als Tierfutter verwendbaren Abfällen aus Mühlen oder Brauereien keine einheitliche Zusammensetzung an Nährstoffen aufweisen. Die Forschungsgruppe will ein Verfahren entwickeln, mit dem unterschiedlichste organische Siedlungsabfälle von Haushaltsbiomüll bis zu Fäkalschlamm erfolgreich zur Larvenproduktion eingesetzt werden können. Dazu werden kontrollierte Fütterungsexperimente mit den Larven durchgeführt. Unterstützt wird das Projekt von der Sawiris Foundation for Social Development des ägyptischen Geschäftsmanns Samih Sawiris. hs