Aargau lehnt Bahnvorlage des Bundes ab

Klare Töne aus Aarau zur Bahninfrastrukturvorlage STEP 2030/35 des Bundes, soweit sie das Mittelland betrifft: „Der Regierungsrat lehnt die Anpassungen im Mittelland in der vorgeschlagenen Form entschieden ab, weil der Kanton so die gesamten Nachteile mit wegfallenden Direktverbindungen, schlechteren Anschlüssen und überlasteten Zügen trägt“, heisst es in einer Medienmitteilung des Regierungsrates. Die Vorlage verschlechtere sogar das Fahrplanangebot im Vergleich zum Ausbauschritt 2025.

Die Nachfrage beim öffentlichen Verkehr werde im Kanton Aargau bis 2030 um zwei Drittel zunehmen. Das führe zu einem Kapazitätsengpass auf der für die ganze Schweiz wichtigen Ost-West-Achse. Daher brauche es eigentlich einen Neubau der Strecke zwischen Aarau und Zürich. „Ohne Neubaustrecke zwischen Aarau und Zürich wird das Netz bis zur Kapazitätsgrenze ausgelastet.“ Dieser Neubau würde aber 7 Milliarden Franken kosten und ist nicht Teil der Vorlage für 2030/35.

Der Regierungsrat fordert daher eine Reihe von Massnahmen, um den Kapazitätsengpass zu entschärfen. Dazu gehören unter anderem der Viertelstundentakt auf der Linie Aarau-Lenzburg-Zürich und der Linie Baden-Aarau-Olten im Fernverkehr, ein halbstündlicher Halt der Intercity-Züge in Aarau auf der Ost-West-Strecke und mindestens halbstündliche Direktverbindungen von Aarau über Olten nach Zofingen und vom Freiamt nach Aarau.

Der Regierungsrat begrüsst dagegen den Ausbau des Bahnhofs Lenzburg und spricht sich unter den beiden vorgeschlagenen Varianten der Gesamtvorlage für die grössere im Umfang von 11,5 Milliarden Franken aus. stk