Nebenkosten entscheiden über Energieprojekte

„Einer der entscheidenden Faktoren für die Erreichung der Ziele der Energiestrategie 2050 (ES2050) ist die ausreichende Bereitstellung von Kapital zur Finanzierung erneuerbarer Energieprojekte“, heisst es in einem Beitrag von Rolf Wüstenhagen und einigen seiner Kollegen vom Institut für Wirtschaft und Ökologie (IWÖ) der Universität St.Gallen (HSG) auf dem Blog Energeia+ des Bundesamts für Energie (BFE). Weil die technologische Entwicklung die Technik für erneuerbare Energien immer günstiger mache, seien es zunehmend die sogenannten weichen Kosten, die über die Realisierung von Energieprojekten entscheiden. Hier hat das IWÖ in einem zweijährigen Projekt im Forschungsprogramm Energie Wirtschaft Gesellschaft des BFE untersucht, wie diese Kosten verringert werden können. 

Im Vordergrund der Untersuchung standen dabei die Kosten für politisches Risiko und die Kapitalkosten. Letztere könnten mit dem Einbezug von Investoren mit tieferen Kapitalkosten, beispielsweise von institutionellen Investoren, angegangen werden. Auch diese reagierten jedoch „empfindlich auf Strompreisrisiken“, die unter die politischen Risiken fallen, heisst es im Beitrag. Investoren sollten daher mit politischen Massnahmen wie Einspeisetarifen oder Einspeiseprämien gegen schwankende Strompreise abgesichert werden. 

Zudem haben die Forscher festgestellt, dass sowohl Energieversorger als auch institutionelle Investoren gern im Zusammenspiel mit ihresgleichen investieren. Ein Zusammenbringen dieser „komplementären Investoren“ sei daher „nicht nur eine finanzielle Frage, sondern ebenso eine kulturelle Herausforderung“. hs