Edelgase zeigen Klimawandel auf

Rund 90 Prozent der vom Klimawandel verursachten Wärme wird von den Ozeanen aufgenommen, erläutert eine Mitteilung der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa). Veränderungen in der Durchschnittstemperatur der Weltmeere könnten daher wertvolle Angaben über Klimaveränderungen im Verlauf der Zeiten geben. Die Messung der Durchschnittstemperatur ist jedoch schwierig. Abhilfe will das WAIS Divide Ice Core Projekt schaffen, an dem auch der Empa-Forscher Bernhard Bereiter beteiligt ist. 

Die Forscher nutzen dabei Bohrkerne aus bis zu 24.000 Jahre altem Eis in der Antarktis. Die in ihnen eingeschlossenen Luftbläschen enthalten Edelgase. Edelgase werden bevorzugt von abkühlendem Wasser aufgenommen, warm werdendes Wasser gibt sie hingegen wieder an die Atmosphäre ab. Die Konzentration von Edelgasen in der Atmosphäre lässt somit auf die durchschnittliche globale Meerestemperatur schliessen, so die Annahme der Forscher. 

Ihre Studie zeige, „dass die Grundidee – die Verbindung zwischen der Konzentration von Edelgasen in der Atmosphäre und der durchschnittlichen Ozeantemperatur – stimmt und die Methode funktioniert“, wird Empa-Forscher Bereiter  in der Mitteilung zitiert. Bisher kann ihre Messmethode allerdings nur Werte für grosse Veränderungen liefern, wie der in der Studie untersuchte Übergang von einer Eiszeit zu einer Warmzeit. Für die Messung der aktuellen Veränderungen müsste die Methode verfeinert werden. hs