Coop setzt auf Bio-Produkte

Derzeit setzt Coop 1,3 Milliarden Franken im Handel mit Bio-Produkten um, erläutert Coop-Chef Joos Sutter im Interview mit der „NZZ am Sonntag“. Bis 2025 will die Genossenschaftsgruppe ihren Umsatz im Bio-Segment verdoppeln. Dies sei keineswegs unrealistisch, meint Sutter. „Obwohl die Umsätze im Detailhandel in den letzten sechs bis sieben Jahren rückläufig waren, hat unser Knospe-Bio stetig zugelegt. Selbst als Branchenleader wachsen wir noch.“ Vor allem jungen Konsumenten ginge es weniger um Menge, sondern mehr um die Qualität der gekauften Produkte. 

Dabei setzt Coop im Bio-Segment bei eigenen und importierten Produkten auf die Knospe von Bio-Suisse. Mit diesem Label sei der Kunde sicher, „ganzheitliches Knospe-Bio“ zu erwerben. Unter dem Label EU-Bio dagegen könne ein Bauer seinen Hof sowohl biologisch wie auch konventionell bewirtschaften. „Da wechselt keiner die Stiefel oder den Traktor, wenn er von einem Feld auf das andere wechselt.“

Angesichts des erstarkten Euros kann sich der Coop-Chef gut vorstellen, dass Schweizer zukünftig weniger im grenznahen Ausland einkaufen. Dies gelte insbesondere für den Lebensmittelbereich. „Kräftig zulegen wird aber weiterhin der Anteil der Auslandeinkäufe über Online-Shops.“

Auch in Folge der internationalen Preisentwicklungen kündigt Sutter sinkende Preise im Nonfood-Bereich an. Bei Heimelektronik sei die Genossenschaft „teilweise bereits günstiger als in der EU und auch Kosmetikartikel werden günstiger“. Da Coop im Lebensmittelbereich jedoch hauptsächlich Produkte aus dem Inland vermarktet, werde sich hier an den Preisen wenig ändern. Allerdings will das Unternehmen die anstehende Mehrwertsteuersenkung an die Kunden weitergeben. hs