Versorgung auch ohne Kernkraftwerke gesichert

Die Schweiz importiert seit 14 Jahren im Winter netto Strom. Im Winter 2015/16 war es angesichts des damaligen Stillstands der Kernkraftwerke Beznau 1 und 2 sowie der niedrigen Pegelstände in den Schweizer Speicherseen zu kritischen Situationen gekommen. Die Eidgenössische Elektrizitätskommission ElCom hat daher nun den Bericht „System Adequacy 2020: Studie zur Versorgungssicherheit der Schweiz im Jahr 2020“ vorgelegt, der in ihrem Auftrag von Swissgrid ausgearbeitet worden ist.

Der Bericht kommt unter anderem zum Schluss, dass die Schweiz auch dann über genügend Strom verfügt, wenn sämtliche inländischen Kernkraftwerke längerfristig ausfallen. „In diesen Stressszenarien wird die Reduktion der inländischen Erzeugung teilweise durch erhöhte Importe ausgeglichen“, heisst es in dem Bericht. Eine solche Knappheitssituation würde zu höheren Preisen führen und etwa „durch eine von der Marktreaktion getriebene veränderte Speicherbewirtschaftung kompensiert werden“. Ausserdem verfüge Swissgrid über Mittel, allfällige Versorgungsengpässe zumindest teilweise zu kompensieren. Dazu zählten die Regelreserven von 882 Megawatt, Energieaushilfeverträge mit Übertragungsnetzbetreibern etwa in Frankreich, Italien und Deutschland sowie eine Spannungsabsenkung.

Wichtig sei dagegen, dass die geplanten Netzausbauten auch fristgerecht erfolgten. Eine Verzögerung des Ausbaus verringerte die Importkapazitäten und erhöhte das Risiko eines Ausfalls. stk